Im Leitartikel der Märzausgabe des Bayerischen Ärzteblatts greift Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) seine Botschaft von vor fünf Jahren auf: „Sektorenverbindend statt sektorenübergreifend“. Dieser Begriff veranschauliche Quitterers Verständnis von gemeinsamer Interessensvertretung für die Ärztinnen und Ärzte in Bayern. Der wiedergewählte Präsident fordert „faire Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken und Praxen als auch eine Landarztquote für Fachärztinnen und Fachärzte. Die Landarztquote für Allgemeinärzte bewährt sich, nicht zuletzt war die Kammer maßgeblich daran beteiligt. Und ich setze mich für eine wirksame Förderung der Niederlassung und der Teampraxen ein“. Die BLÄK sei dafür der unverzichtbare Rahmen, in dem die Ärztinnen und Ärzte ihre Belange selbst regeln könnten. In erster Linie sei es die Berufsordnung, die per se der Garant für die Freiberuflichkeit darstelle.

Quitterer geht in seinem Text auf die Leistungen der Kammer ein und konstatiert: „In der ganzen Kammer hat ein Umdenken stattgefunden“. Die Kommission Klimawandel und Gesundheit müsse weitergeführt werden. Zudem sei es notwendig, eine Kommission für Kindergesundheit einzurichten.

Gesundheitspolitisch steht Quitterer in erster Linie für die Stärkung der bestehenden Versorgungsebenen, statt dem Schielen nach neuen, telemedizinischen Versorgungszentren, Gesundheitskiosken, Gesundheitslotsen oder Gemeindeschwestern. Die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dürfe „nicht auf unserem Rücken“ erfolgen. Vielmehr fordert Quitterer die Streichung versicherungsfremder Leistungen aus der GKV. Auf allen Ebenen will sich der Präsident für einen Abbau der Bürokratie einsetzen. „Dazu gehören unsinnige und unstrukturierte Versicherungsanfragen, überbordende Dokumentationen und eine umständliche Digitalisierung. Denken wir allein an die unsägliche Diskussion um den Konnektorentausch“. Eine weitere Forderung betrifft die Telematikinfrastruktur (TI). „Ich fordere einen Reset bei der TI in Kliniken und Praxen, die weder anwenderfreundlich noch praxistauglich ist. Allein die Einführung der eAU verursacht einen Mehraufwand von 1,25 Millionen Stunden in den Arztpraxen.“ Quitterer wendet sich ebenso gegen die zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitswesens und die Entstehung investorenbetriebener MVZ, „in denen ärztliche Leistung am Ende des Tages noch eine Rendite abwerfen muss und bei denen Zielvorgaben in Chefarztverträge geschrieben werden. Das ist nicht mit unserer Profession vereinbar“.

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