„Impfen polarisiert – in Politik, Gesellschaft und Ärzteschaft.

Befürworter einer allgemeinen Impfpflicht stehen Impfgegnern gegenüber. Wir müssen kritische Fragen ernst nehmen“, schreibt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), im Leitartikel der Januar/Februar-Ausgabe 2021 des Bayerischen Ärzteblatts. Die Ärztinnen und Ärzte in Kliniken und Praxen seien mit einer Vielzahl von verunsicherten Patientinnen und Patienten konfrontiert. Gleichzeitig seien die Ärzte ein entscheidender Faktor für die Entscheidungen ihrer Patienten im Hinblick auf die Sars-CoV-2-Impfung.

„Was ist bislang über die komplexen Immunantworten, die das neuartige Coronavirus im menschlichen Körper induziert, bekannt? Was lässt sich über Wirkweise und Sicherheit der einzelnen COVID-Vakzine-Kandidaten ableiten? Wie ist der Forschungsstand?“ Dies seien laut Quitterer Fragen, mit welchen die Ärzteschaft von Patienten konfrontiert werde.

Es sei deshalb auch eine Aufgabe der Ärzte, vorliegende wissenschaftliche Ergebnisse zu interpretieren, Nutzen und Risiken abzuwägen und - wie bei anderen neuen Therapien - ihre Erfahrung einzubringen. „Wir können nach derzeitigem Wissensstand unsere Patienten darüber aufklären, dass eine Impfung Sinn macht. Jeder weitere Impfstoff ist eine Chance mehr, sich gegen die Erkrankung zu schützen“, erläutert Quitterer.

Gleichzeitig sei wichtig, dass die Möglichkeit geschaffen werde, die Impfung nicht nur in Impfzentren, sondern auch in den Praxen durchzuführen, sobald ein Impfstoff zur Verfügung stehe, der geringere logistische Herausforderungen mit sich bringe. „Dort finden sich gewachsene Strukturen, auf die man zurückgreifen kann“, so Quitterer.

Eine Impfpflicht oder eine Ausgrenzung nicht Geimpfter lehnt der Präsident ab.Mehr zu „COVID-19 – da capo“ lesen Sie im Leitartikel der Januar/Februar-Ausgabe 2021 des Bayerischen Ärzteblattes unter www.bayerisches-aerzteblatt.de.

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